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gesetzliche

Betreuung

Gesetzliche Betreuung Betreuungsbüro Schröder

Über Rechtliche Betreuung

Die rechtliche Betreuung, auch als gesetzliche Betreuung bekannt, ist ein im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) verankertes Verfahren. Hierbei wird eine Person (der Betreuer oder die Betreuerin) durch ein Gericht bestellt, um für eine andere Person (den Betreuten oder die Betreute) in bestimmten, festgelegten Aufgabenbereichen zu agieren.

Der Betreute erhält durch den Betreuer oder die Betreuerin Unterstützung in diesen spezifischen Bereichen. Die Aufgabenbereiche der rechtlichen Betreuung können vielfältig sein und beinhalten unter anderem:

  • Vertretung gegenüber Behörden, Versicherungen und Sozialversicherungsträgern
  • Angelegenheiten rund um die Wohnung
  • Belange in Bezug auf Heimunterbringung
  • Vermögenssorge
  • Postangelegenheiten

Diese Liste ist nicht abschließend. Zukünftig ist geplant, dass die Aufgabenbereiche durch das Gericht noch präziser definiert werden, um die Anweisungen an den Betreuer oder die Betreuerin genauer zu gestalten.

In der Regel wird eine Betreuung nur mit der Zustimmung der betroffenen Person eingerichtet. In Ausnahmefällen kann dies jedoch auch gegen den erkennbaren Willen der Person geschehen, insbesondere dann, wenn sie nicht in der Lage ist, ihre eigene objektive Situation zu erkennen. Dies kann beispielsweise bei Personen der Fall sein, die sich im Koma befinden oder aufgrund einer schweren demenziellen Erkrankung stark eingeschränkt sind.

Maximale Selbstbestimmung im Betreuungsrecht

Seit 1992 dürfen Betreuer nur für notwendige Aufgabenbereiche bestellt werden. Eine wesentliche Änderung des Betreuungsrechts trat am 1. Januar 2023 in Kraft, die erneut die Selbstbestimmung und Autonomie unterstützungsbedürftiger Menschen in den Vordergrund rückt. Seit der Reform von 1992 sind Betreute nicht mehr entmündigt, und die jüngste Änderung zielt darauf ab, ihre Selbstbestimmung weiter zu stärken. Betreute sollen alles, was in ihrer Macht steht, selbst regeln und übernehmen. Ihre Wünsche und Ziele sind entscheidend. Der Betreuer oder die Betreuerin unterstützt im Sinne des „Empowerment“, das nach Wikipedia (Stand: 08.12.2022) Strategien und Maßnahmen umfasst, um die Autonomie und Selbstbestimmung von Menschen zu erhöhen.

Wenn eine betreute Person nicht selbst handeln kann, übernimmt der Betreuer oder die Betreuerin die notwendigen Aufgaben. Beispielsweise, wenn eine ältere Dame im Seniorenheim nicht mehr ihr Bankkonto verwalten kann, wird dies vom Betreuer übernommen. Der Wunsch und Wille der betreuten Person sind stets zu berücksichtigen. Kann dies nicht direkt ermittelt werden, ist der mutmaßliche Wunsch maßgeblich. Die Tätigkeit eines Betreuers ist verantwortungsvoll, und Entscheidungen müssen sorgfältig abgewogen werden.

Flensburg Betreuungsbüro Schröder

Berechtigung zur rechtlichen Betreuung

Rechtliche Betreuung ist ein wichtiges Instrument, das Personen in verschiedenen Lebenslagen Unterstützung bietet. Sie kommt insbesondere dann zum Einsatz, wenn Krankheiten oder Beeinträchtigungen die Fähigkeit einer Person einschränken, ihre eigenen Angelegenheiten selbstständig zu regeln. Zu den Situationen, in denen eine rechtliche Betreuung eingerichtet werden kann, gehören:

  1. Psychische Erkrankungen: Dazu zählen beispielsweise Depressionen, bipolare Störungen, Schizophrenie und andere psychische Störungen, die die Urteilsfähigkeit oder Entscheidungskompetenz beeinträchtigen können.

  2. Folgen von Suchterkrankungen: Personen, die mit den Langzeitfolgen von Suchterkrankungen wie Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenabhängigkeit kämpfen, können ebenfalls von einer rechtlichen Betreuung profitieren.

  3. Geistige Beeinträchtigungen: Dies umfasst Zustände, die die kognitive Funktion beeinträchtigen, wie beispielsweise Entwicklungsstörungen oder Folgen von Hirnverletzungen.

  4. Demenzielle Erkrankungen: Personen mit Demenz, einschließlich Alzheimer-Krankheit, die zu Gedächtnisverlust, Verwirrung und Schwierigkeiten bei der Alltagsbewältigung führen, können ebenfalls betreut werden.

  5. Körperliche Beeinträchtigungen: Schwerwiegende körperliche Einschränkungen, wie dauerhafte Bewegungsunfähigkeit oder andere ernsthafte körperliche Behinderungen, die die Selbstständigkeit in der Besorgung eigener Angelegenheiten beeinträchtigen, können ebenfalls eine rechtliche Betreuung erforderlich machen.

Es ist wichtig zu betonen, dass diese Liste nicht abschließend ist. Jeder Fall wird individuell betrachtet, und die Notwendigkeit einer rechtlichen Betreuung kann auch bei anderen Erkrankungen oder Beeinträchtigungen gegeben sein. Ziel der rechtlichen Betreuung ist es stets, die Selbstständigkeit und Selbstbestimmung der betroffenen Person so weit wie möglich zu erhalten und zu fördern. Die Betreuung wird dabei stets auf die individuellen Bedürfnisse der Person zugeschnitten und regelmäßig überprüft, um sicherzustellen, dass sie weiterhin dem Wohl der betreuten Person dient.

Zuständigkeitsbereiche in der rechtlichen Betreuung

Im Rahmen des Betreuungsrechts liegt es in der Verantwortung des zuständigen Richters oder der Richterin, basierend auf der Lebenssituation und den individuellen Bedürfnissen der Person, die in Zukunft betreut werden soll, die spezifischen Aufgabenbereiche des Betreuers oder der Betreuerin zu definieren.

Einige der möglichen Aufgabenbereiche wurden bereits erwähnt. Dazu können unter anderem zählen:

  1. Wohnungsangelegenheiten: Hierunter fallen Aufgaben wie Verhandlungen und Gespräche mit Vermietern, Hausverwaltungen und anderen relevanten Parteien sowie das Einreichen von Anträgen.

  2. Postangelegenheiten: In diesem Bereich erhält der Betreuer oder die Betreuerin die Post, die die betreute Person betrifft, was die Abwicklung erleichtert.

  3. Gesundheitssorge: Diese Aufgabe übernimmt der Betreuer oder die Betreuerin nur dann, wenn die betreute Person nicht mehr über die notwendige Einsichts- oder Beurteilungsfähigkeit verfügt und somit nicht einwilligungsfähig ist.

  4. Vermögensvorsorge: Zu diesen Aufgaben gehören beispielsweise die Führung eines Girokontos sowie die Verwaltung, Sicherung und der Schutz des vorhandenen Vermögens.

Diese Beispiele sollen einen Einblick in die Vielfalt der Aufgaben geben, die im Rahmen einer rechtlichen Betreuung anfallen können.

Falls Sie Fragen zur Einrichtung einer Betreuung haben, zu deren Bedeutung oder wenn Sie eine Betreuung für eine andere Person vorschlagen möchten, empfiehlt es sich, Kontakt mit der Betreuungsstelle Ihrer kreisfreien Stadt oder Ihres Landkreises aufzunehmen.